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Die Magie des Schilfs

Die Magie des Schilfs

Warum ein Schied für eine Trogbeute unverzichtbar ist

Im Spätherbst, wenn das Bienenvolk kleiner wird, muss der bewohnte Raum in einer vLayensbeute angepasst werden. Ein Wärmeschied begrenzt das Volumen, das die Bienen im Winter heizen müssen. Es verhindert, dass die Wärme in unbesetzte Bereiche der Beute entweicht.

Doch mein Schilfschied kann mehr, als nur den Raum zu begrenzen.

Wärme und Feuchtigkeit im Einklang

1. Senkrechte Halme für Kapillarwirkung

Der Clou liegt in der Anordnung: Die Schilfhalme sind senkrecht fixiert. Schilf ist von Natur aus ein Transporteur von Wasser und Feuchtigkeit. So entsteht ein Kapillareffekt: Überschüssige Feuchtigkeit aus der Atemluft der Bienen wird von den Halmen wie winzige Dochte aufgenommen und nach oben geleitet. Dort kann sie über die Kokosmatte und die Bienenflucht im Deckel sanft aus dem System entweichen.

  • Das Ergebnis: Der Stock bleibt innen trocken, und das Risiko von Kondenswasser oder Schimmelbildung am Schied wird minimiert.

2. Thermische Höchstleistung: 5 cm Naturdämmung

Schilf (Reet) ist ein fantastischer Dämmstoff. Die vielen kleinen Lufteinschlüsse in den Halmen sorgen bei einer Dicke von 5 cm für einen herausragenden Isolationswert.

  • Das Schilfschied wirkt wie eine hochisolierte Thermowand, die die Wärme der Wintertraube effektiv im Wohnraum hält und sie nicht in den leeren Kaltraum der Beute entweichen lässt.

3. Diffusionsoffenheit: Atmen wie in der Natur

Im Gegensatz zu manchen synthetischen Schieden ist mein Schilfschied diffusionsoffen. Das bedeutet, es ermöglicht einen natürlichen Feuchtigkeitsaustausch, ohne dass das Volk unter Zugluft leidet. In Kombination mit meiner Holzfaser-Isolation und der Kokosfaser im Deckel schaffe ich so ein Bienenklima, das einer natürlichen Baumhöhle sehr nahekommt – nur eben kontrolliert und optimiert.

Mein Fazit: Naturnaher Schutz für vitale Völker

Das Schilfschied ist ein Paradebeispiel dafür, wie wir die Bionik in der Imkerei nutzen können. Es bietet nicht nur hervorragenden Wärmeschutz, sondern regelt auch aktiv die Feuchtigkeit – ein doppelter Vorteil für die Wintergesundheit meiner Völker. Es beweist: Manchmal sind die einfachsten Materialien die effektivsten Lösungen.


Was haltet ihr von naturnahen Schieden? Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit Schilf oder anderen Naturmaterialien gemacht? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren!

Es hat 15 Jahre gedauert, bis ich mich von der Imkerei mit Magazinbeuten verabschiedet habe. Ich habe mich bewusst für alternative Beutenformen entschieden. Nach Erfahrungen mit der kenianischen Oberträgerbeute bin ich bei der Layensbeute angekommen. Ich möchte zeigen, wie man bei der Layensbeute mit minimalen Eingriffen erfolgreich und entspannt imkern kann.